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Rotweiss muss ans Limit und darüber hinaus gehen

Seit letztem Wochenende stehen die Landhockeyaner von Rotweiss Wettingen erstmals an der Tabellenspitze der NLA. Vielleicht gerade zum richtigen Zeitpunkt ein Motivationsschub für das Europacupturnier über Pfingsten.

Alexander Wagner

Am Freitag startet Rotweiss Wettingen ins Europacup-Abenteuer. Über die Pfingstfeiertage sind die acht Landesmeister der Club Trophy auf der Bernau. Die Club Trophy ist die zweithöchste europäische Liga, vergleichbar mit der Europa League im Fussball. Und das Auftaktspiel gegen das Team aus Lissabon ist schon wegweisend. «Das erste Spiel ist enorm wichtig. Zum einen um gut ins Turnier zu starten, zum anderen weil die Portugiesen in unserer Reichweite liegen», weiss Cheftrainer Peter Fischbach, der zusammen mit Michael Kloter die Aargauer betreut.

Als Leader ins Turnier

Der Start in die Feldsaison ist den Wettingern nicht geglückt, doch seit Oktober 2018 haben sie sowohl auf dem Feld als auch in der Halle kein Spiel mehr verloren. Die logische Konsequenz waren der Meistertitel in der Halle, der Cupsieg auf dem Feld und seit letztem Wochenende auch die Leaderposition in der Meisterschaft. Das Europacupturnier steht jedoch unter ganz anderen Vorzeichen: Rotweiss befindet sich in einem Umbruch und hat eine sehr junge Mannschaft aufgebaut um Captain Manuel Keller und die wenig verbliebenen Routiniers wie Marco Michel, Dauerläufer Silvan Steimer, den unermüdlichen Kämpfer Jan Hödle und die Messerli-Zwillinge.

«Die jungen Spieler sind taktisch und technisch gut», freut sich der langjährige Nationalspieler Fischbach. Aber er weiss auch, «auf diesem Level fehlt ihnen die Erfahrung und in heiklen, hektischen Situationen haben sie noch nicht genug Routine.»

Ziel: Klassenerhalt

In der zweiten Partie am Samstag geht es gegen das irische Team. Die Nationalmannschaft von der grünen Insel hat in letzter Zeit grosse Fortschritte gemacht und entsprechend stark erwarten die Wettinger ihren Gegner aus Glenanne. «Die sind sehr solide, kämpferisch stark und kommen mit viel Speed», weiss Fischbach. Nach dem dritten Gruppenspiel am Sonntag gegen Stroitel Brest aus Weissrussland geht es am Pfingstmontag in die Finalspiele. Um den Ligaerhalt zu schaffen, müssen die Wettinger mindestens den dritten Rang in der Gruppe erreichen und danach das Finalspiel gewinnen. Denn gleich drei Teams steigen ab.

Sondereffort vor eigenem Publikum

Die Rotweissen hoffen auf den Heimeffekt, dass sie von der Unterstützung der Fans noch einen Extraschub erhalten. «Natürlich ist es ein Vorteil, den normalen Ablauf beibehalten zu können. Aber wir müssen das Feuer auf dem Kunstrasen entfachen, damit der Funke überspringt», weiss Fischbach genau aus eigener Erfahrung in zahlreichen Europacup-Schlachten. «Das Ziel kann nur der Ligaerhalt sein», bleibt er realistisch. Natürlich hofft der ehrgeizige Trainer auf mehr. «Aber dann müssen wir in allen vier Partien am Limit spielen.» Und genau dies wollen die Rotweissen vor heimischem Publikum zeigen. Ein Besuch auf der Bernau lohnt sich bestimmt, um wieder einmal Spitzenhockey in Wettingen zu sehen.

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Das nächste rotweisse Hockey-Highlight steht an

Europacup der Männer am 7. bis 10 Juni auf der Bernau

Über die Pfingstfeiertage steigt auf dem Kunstrasen der Bernau der nächste Hockey-Leckerbissen. Das Fanionteam von Rotweiss Wettingen misst sich mit sieben Landesmeistern aus ganz Europa.

Alexander Wagner

Zu Beginn des letzten Jahres organisierte Rotweiss Wettingen den Hallen-Europacup der Männer im Tägi. Danach konnte sowohl die Mannschaft als auch das OK-Team kurz durchschnaufen, bevor es bereits an die Planung des nächsten Europacup-Turnieres ging. Doch von dieser Erfahrung können die Organisatoren profitieren. «Es gibt schon ein ganz klein wenig Routine, schliesslich war fast das gesamte OK schon in der Halle dabei und wir müssen nicht bei null beginnen», freut sich OK-Präsidentin Petra Aebi.

Dafür sind die logistischen Anforderungen völlig anders. Auf der Bernau hat man für das Catering sowie die Verpflegung der Zuschauer und Gäste alles. Dafür sind die Teams bedeutend grösser. So reisen die meisten Mannschaften mit 18 Spielern und mindestens vier Trainern und Betreuern an. Das bedeutet zahlreiche zusätzliche Fahren. Da fast alle Mannschaften bereits am Donnerstag anreisen, ist es ziemlich schwierig, genügend Fahrer zu finden. Dies ist eine der grossen Herausforderungen für Aebi und ihr Team. Die meisten Mannschaften sind im Baregg im Baden untergebracht, wo es auch genügend Räumlichkeiten für die Offiziellen, Delegierten und Schiedsrichter hat, die ebenfalls aus ganz Europa anreisen. Eine logistische Meisterleistung, damit immer alle zur rechten Zeit am richtigen Ort sind.

Gesucht: Ballkinder

Für ein Hallenturnier braucht es keine Ballkinder, für eine Partie auf dem Feld hingegen gleich deren sechs bis acht – pro Spiel. Meistens wurden diese aus der starken Juniorenabteilung von Rotweiss geholt. Weil aber über die Pfingstfeiertage alle Junioren-Nationalteams einen Zusammenzug haben, fehlen hier noch einige Jungs und Mädchen. «Genügend Fahrer und Ballkinder zu finden ist momentan noch ein Knackpunkt», erklärt OK-Präsidentin Aebi.

Der Aufwand für Rotweiss ist riesig, der finanzielle Erfolg ist es wohl kaum. «Wir sind froh, wenn wir glatt rauskommen und alle Kosten decken können. Ohne die grosszügige Unterstützung der Sponsoren wäre dies unmöglich», weiss Aebi. «Doch wenn uns dies gelingt, haben wir bereits gewonnen, denn so konnten wir uns die Reisekosten für unser Team von rund 10’000 bis 12’000 Franken sparen», begründet Aebi die Motivation für den riesigen Aufwand, den alle Helfer und Organisatoren auf sich nehmen.

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