Rotweiss Wettingen erreicht an der EuroHockey Club Trophy in Wettingen den dritten Rang

Dabei wäre sogar noch mehr drin gewesen: Rotweiss Wettingen verpasste vor heimischem Publikum den Final denkbar knapp – sogar nach der Sirene.

Alexander Wagner

Wer gedacht hat, die 0,4 Sekunden welche der Schweizer Eishockey-Nationalmannschaft gefehlt haben, wären nicht mehr zu toppen wurde auf dem Kunstrasen der Bernau eines besseren belehrt: Rotweiss Wettingen vergab den Einzug ins Finale sogar nach der offiziellen Spielzeit.

Mühsamer Start ins Turnier

Der Auftakt in das Europacupturnier war für Rotweiss schwierig. Sie lagen gegen das portugiesische Team, welches in Reichweite lag, mit 0:2 hinten. «Der Start war holprig. Wir hatten Druck und wussten, dass wir diese Partie gewinnen mussten», blickt Cheftrainer Peter Fischbach zurück. Das gelang seinem Team auch, sie drehten die Partie noch und gewannen mit 4:3. «Das war enorm wichtig», weiss Fischbach. Zum einen natürlich, um sich die Chancen auf den Ligaerhalt zu sichern, zum anderen auch für die Moral. «Für das ganze Turnier», betont der langjährige Nationalspieler. Die zweite Partie war ein perfekter Hockeytag für die Rotweiss-Familie: Bei prächtigem Wetter war die Bernau packevoll und in einem intensiven, harten und mitreissenden Spiel konnten sich die Aargauer gegen die kampfstarken Iren durchsetzen.

Final wäre möglich gewesen

Im letzten Gruppenspiel hätte damit sogar ein Unentschieden gereicht, um in den Final einzuziehen und sich dadurch die Chancen auf den Aufstieg zu erhalten. Lange lagen die Wettinger im Rückstand, doch zwei Minuten vor Ende gelang Florian Feller der vielumjubelte Ausgleich. Doch diesen brachten die Rotweissen nicht über die Distanz. Sekunden vor Ablauf der regulären Spielzeit bekam Brest eine umstrittene kurze Ecke zugesprochen. Diesen verwandelten die Weissrussen im Nachschuss und der Final war weg – nach Ablauf der regulären Spielzeit. Bitterer und knapper geht es nicht mehr

Tolle Reaktion gezeigt

Kurzzeitig waren die Rotweissen am Boden zerstört. «Die Bilder gehen einem immer und immer wieder durch den Kopf. Auch die ganze Nacht hindurch», gibt der Captain zu. Doch die Mannschaft reagierte und zeigte was in ihr steckt. Im Stile echter Champions hielten sie gegen die physisch bärenstarken Ukrainer dagegen und konnten auch den kleinen Final bei strömendem Regen für sich entscheiden. «Unter dem Strich war es ein gutes Turnier, wir hatten den Ligaerhalt als Ziel», bilanziert Fischbach, der zusammen mit seinem Co-Trainer Michael Kloter die Mannschaft physisch und taktisch zum richtigen Zeitpunkt in Bestform brachte. «Ich bin stolz auf das Team», meinte Captain Keller, der selbst ein bärenstarkes Turnier zeigte. Aus dem starken Kollektiv jemanden herauszugeben fällt schwer. Aber Rotweiss hat das Glück, dass sie sich mit Michael Käufeler und Joel Schüpbach gleich auf zwei Top-Keeper verlassen können und vor ihnen räumt Dominik Messerli mit seiner grossen Reichweite vieles ab. Im Mittelfeld wirbelt der unermüdliche Captain Keller und vorne reisst der Brecher Jan Hödle immer wieder Löcher in die gegnerische Abwehr. Aber was der erst 20jährige Michel Morard und seine noch jüngeren Kollegen auf diesem Niveau bereits zeigten war beeindruckend und lässt für die Zukunft von Rekordmeister Rotweiss Wettingen viel gutes erahnen.

Landhockey, EuroHockey Club Trophy

Gruppenspiele:

Rotweiss Wettingen – Casa Pia (POR) 4:3

Rotweiss Wettingen – Glenanne (IRL) 3:1

Rotweiss Wettingen – Stroitel Brest (BLR) 1:2

Rangliste nach den Gruppenspielen: 1. Stroitel Brest 12 Punkte. 2. Rotweiss Wettingen 11 Punkte. 3. Casa Pia 4. Glenanne.

Kleiner Final: Rotweiss Wettingen – Vinnitsa (UKR) 4:3

Bester Spieler des Turniers:  Manuel Keller (RWW)

Für Rotweiss Wettingen spielten:
Käufeler, Schüpbach; Feller, Skroblies, Keller (C), Hödle, F. Huber, B. Messerli, D. Messerli, Winkler, Conrad, M. Morard, Michel, Steimer, Bachofen, Hofstetter, Aebi, Kirschbaum.

Cheftrainer: Peter Fischbach – Co-Trainer: Michael Kloter – Teammanager: Kudi Müller.

 

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