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Landhockey Rotweiss verteidigt den Titel bei den Männern
Die Landhockeyaner von Rotweiss Wettingen konnten den Schweizer Meistertitel auf dem Feld verteidigen. Die Frauen hingegen mussten sich vom Thron stossen lassen.
Alexander Wagner
Das Frauenteam von Rotweiss Wettingen stand mit dem Rücken zur Wand. Im ersten Spiel der Finalserie hatten die Rotweissen gegen Olten verloren und mussten nun gewinnen. Doch davon war in den ersten Minuten nichts zu spüren: Die Titelverteidigerinnen machten zwar Dampf und erarbeiteten sich zahlreiche Chancen. Doch es war wie in der ersten Partie, alle Möglichkeiten wurden vergeben. Gerade Stephanie Wälti, sonst Torschützin vom Dienst, war anzumerken, wie sie mit der völlig ungewohnten Situation haderte. Und auch die ins Team zurückgekehrte Karin Bugmann blieb ungewohnt blass.
So kam es wie es kommen musste und Olten ging in Führung. Danach zog sich sogar Carmen Bello, sonst die Goalgetterin der Solothurnerinnen, in die Defensive zurück. Und die Taktik ging auf, denn die Rotweissen waren nicht in der Lage, den Abwehrriegel zu knacken, und brachten keinen Treffer zu Stande. Das lag zum einen sicherlich an der mangelhaften Chancenauswertung, auch der kurzen Ecken, durch das gesamte Team. Zum anderen aber auch an der herausragenden Leistung von Oltens Goalie Sabine Lecsko, die auch schon das Gehäuse von Rotweiss hütete.
Blockiert und gehemmt
Viele Spielerinnen von Rotweiss wirkten gehemmt und konnten nicht annähernd ihre normale Leistung abrufen. Zu den stärksten Akteurinnen gehörte Daniela Schwarz und dies, obwohl sie mit einem dick geschwollenen blauen Auge auflaufen musste, welches sie sich im Abschlusstraining zugezogen hatte.
Starke Reaktion der Männer
Die gleiche Ausgangslage hatte das Männerteam: Die erfolgreiche Titelverteidigung war für die Equipe von Trainer Thomas Dauner nach der Niederlage im Hinspiel in arger Gefahr. Doch die Akteure um Captain Michael Keller reagierten im Stile einer grossen Mannschaft: Mit einem Doppelschlag nach dem Seitenwechsel von Ivo Richner führte ein Spieler - der sonst nicht so im Rampenlicht steht - die Mannschaft auf die Erfolgsspur. Eckenspezialist Reto Spörri sorgte in seiner unnachahmlichen Art für die Vorentscheidung. Der Penaltytreffer der Luzerner in der Schlussminute war nur noch Resultatkosmetik. Gleichzeitig war es auch das letzte Gegentor, welches Goalie Patrick Egloff einstecken musste. Der langjährige Nationalspieler erklärte wie Captain Keller nach dem aufwühlenden Saisonabschluss seinen Rücktritt vom Leistungssport. Nicht ohne den Titel und den Abschied gebührend zu feiern.
Landhockey NLA Playoff-Finals 2010
Männer. 1. Finalspiel
Luzerner SC - Rotweiss Wettingen 2:1 (1:1)
2. Finalspiel
Rotweiss Wettingen - Luzerner SC 3:1 (0:0)
Bernau, Wettingen. - 500 Zuschauer. - SR: Wimmer/Lubrich (D).
Tore: 42. Richner 1:0. 60. Richner 2:0. 62. Reto Spörri (kurze Ecke) 3:0. 70. Fabian Wullschleger (Penalty) 3:1.
Rotweiss Wettingen: Egloff; Michel, Steimer, Michael Kloter, Michael Keller, Nicolas Steffen, Reto Spörri, Benz, Richner, Bilgerig, Winzeler, Manuel Keller, Wälti, Raphael Steffen, Messerli, Heimgartner.
Luzern: Dominik Wullschleger, Cottier, Gähwiler, Fabian Wullschleger, Manuel Greder, Schneider, Röösli, Schröteler, Yanik Kloter, Casagrande, Affolter, Stübi, Martin Greder, Küng.
Bemerkungen: Rotweiss ohne Philip Keller und Müller (beide verletzt). Verwarnungen: 63. Spörri und Küng. 65. Benz. 69. Richner. 70. Affolter.
2. Finalspiel Frauen
Rotweiss Wettingen - HC Olten 0:1 (0:1)
Bernau, Wettingen. - 250 Zuschauer. - SR: Liem (Ho)/Delen. - Tor: 16. Schwager 0:1.
Rotweiss Wettingen: Flurina Wälti, Blatter, De Notaristefano, El Allaly, Engels, Hunziker, Koller, Müller, Schwarz, Silja Schnyder, Lisa Schnyder, Trösch, Stephanie Wälti, Alexandra Wälti und Bugmann.
HC Olten: Lescko, Tamara Stampfli, Dinkel, Seline Grütter, Studemann, Rahel Stampfli, Senn, Kunz, Sinniger, Burri, Schwager, Nadine Grütter, Janine Grütter und Bello.
Bemerkungen: Rotweiss setzt Benz nicht ein. Olten ohne Pedraita (verletzt).
Foto Wagner
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