EuroHockey Club Trophy I, Men

Wien, Österreich


Vorschau Europacup

Heute geht es los. Der ursprünglich auf den Frühling 2020 angesetzte Europacup kann nun mit rund 1.5 Jahren Verspätung endlich gestartet werden! Reiseziel ist nach wie vor Wien. Vor Ort sei alles bereit, berichtete Reiseleiter und Teammanager Wassmer, welcher infolge des Teammanager-Meetings bereits gestern anreiste.

In zwei 3er-Gruppen werden die Paarungen für die Final-, respektive Klassierungsspiele am Sonntag entschieden. Morgen, Freitag starten wir gegen den französischen Vertreter CA Montrouge in das Turnier. Am Samstag wartet dann der ukrainische Meister Vinnitsa. Im Gegensatz zu den Franzosen ist Vinnitsa ein altbekannter Gegner. Bei den letzten beiden Austragungen des Feld-EC waren die Ukrainer bereits Gruppengegner. Beide vermochten es einen Sieg zu erringen. Gesetztes Ziel: Diese (noch) ausgeglichene Statistik zu unseren Gunsten zu drehen.

Viel Spielpraxis und ein gutes Gefühl nehmen wir aus der Schweiz mit nach Österreich. Das Tempo der Gegner auf dem internationalen Parkett wird sicherlich nochmals zwei Stufen höher sein, als in der Schweiz. Nun gilt es dieses schnellstmöglich aufzunehmen und morgen gegen CA Montrouge einen soliden Turnierstart hinzulegen!

Erster Tag - Niederlage zum Auftakt

Solide und mit einigen guten Chancen starteten wir in die Partie. Doch dann schlichen sich immer mehr Fehler in unser Spiel ein. Die Franzosen nutzten dann ihrerseits eine ihrer wenigen Chancen zum  0:1, welches dem Stand zur ersten Viertelspause entsprach. Gefährlich wurden die Franzosen durch ihren Spielaufbau fast nie, und wenn, konnten wir ihre Angriffe unterbinden. Gefährlich blieben sie aber durch unsere Fehler, spätestens bei Tormann Schüpbach war aber im zweiten Viertel Endstation.

Auch nach dem Pausentee blieb eine klare Reaktion der Wettinger aus. Farbenfroh unterwegs war heute der italienische Unparteiische, welcher an diesem Nachmittag gleich sieben Karten zückte. Diese teils fragwürdigen Entscheidungen trugen nicht zur Verbesserung unseres Spiels bei. Durch unkluges Defensivverhalten bekamen die Franzosen eine kurze Ecke zugesprochen, welche sie dann im zweiten Anlauf verwerten konnten. 

Uns blieben 15 Minuten um die zwei Tore Hypothek wettzumachen. Endlich funktionierte das Zusammenspiel besser. Wir erhöhten den Druck und konnten sie so zu Fehlern zwingen. Nach einer misslungenen Ecke konnte Michel den Ball in Stürmermanier zum 1:2 ablenken. Wir behielten die Oberhand und erhöhten den Druck weiter, jedoch gelang es nicht, trotz vielen aussichtsreichen Chancen, ein weiteres Tor zu erzielen.

EC-Debütant Marelli blickt wie folgt auf sein erstes Spiel zurück:
«Über weite Strecken haben wir gefühlt mit angezogener Handbremse gespielt und waren offensiv zu wenig bissig.»
Sein Erfolgsrezept für das morgige Spiel ist simpel: «Besser spele!»

Für die Statistiker: Aufgrund des speziellen Modus, gibt es auch bei einer Niederlage mit weniger als 3 Toren Differenz noch einen Punkt für das unterlegene Team. Da unser morgiger Gegner, die Ukrainer, gestern mit drei Toren Differenz gegen die Franzosen verloren haben, würde uns somit ein Unentschieden reichen, um in das Spiel um Platz 3 einzuziehen.


Zweiter Tag - Kampfsieg

Mit einer effizienten und defensiv soliden Leistung gewinnen wir ein körperlich betontes Spiel gegen den ukrainischen Meister Vinnitsa. Doch alles der Reihe nach:

Das erste Viertel war geprägt von einigen Hochkarätern auf beiden Seiten. Noch spannender wurde das Spiel durch einen Entscheid der Unparteiischen. Die Ukrainer bekamen eine Ecke geschenkt. Endstation war jedoch wie so häufig am heutigen Samstag, der stark parierende Schüpbach!

Minute 18 war gleichbedeutend mit unserer ersten kurzen Ecke. Strafeckenspezialist B. Messerli verwertete abgeklärt zur 1:0 Führung. Diesen Schwung nahmen wir bis zur Pause mit, kombinierten schön nach vorne und unterbanden die Angriffe von Vinnitsa früh. Weitere Tore fielen bis zur Halbzeitspause keine mehr.

Das Trainergespann um P. Fischbach und Kloter lobte die geschlossene Mannschaftsleistung in den ersten 30 Minuten und forderte eine mindestens so konzentrierte zweite Hälfte.

Wiederanpfiff und schon stand es 2:0! Aebi behielt im Gewusel des gegnerischen Kreises einen kühlen Kopf und drückte mit dem ersten Angriff nach dem Seitenwechsel, den Ball ins Tor. Eine komfortable Ausgangslage, die wir unbedingt über die Zeit brigen wollten. Marelli durfte dann nach einem lupenreinen Tackle fünf Minuten auf dem Strafstuhl Platz nehmen. Eine von zwei gelben Karten in diesem Viertel.

Die letzten 15 Minuten begannen wir leicht unkonzentriert, und so verkürzten die Ukrainer mit ihrer dritte Ecke zum 1:2. Dann wurde es hektisch. Zwei Ukrainer sasssen mit Gelb auf der Bank als M. Morard einen Lehrbuchangriff souverän mit dem 3:1 beendete! Zum Schluss war es dann Routinier Y. Morard, welcher bei dreifacher Unterzahl der Ukrainer, mit einem 7-Meter zum 4:1 Endstand traf.

Fazit von Captain M. Morard:
«Ich bin sehr zufrieden mit der Teamleistung, da geht aber defintiv noch mehr!» Auch sein Erfolgsrezept für morgen ist simpel: «Kämpfen und siegen!»

Spiel um Platz 3: Sonntag, 12:00 Uhr gegen Stroitel Brest (BLR)



Platz drei an der EuroHockey Club Trophy I erfolgreich verteidigt!


Erneut holen wir die Bronzemedaille im zweithöchsten Clubwettbewerb Europas! Nach dem Heim-EC 2019 beenden wir den verschobenen EC von 2020 erneut auf dem Treppchen!

Im Spiel um Platz drei zeigten wir endlich was in uns steckt und spielten eine sackstarke Partie, bei der einzig die Chancenauswertung zu wünschen übrig liess!

Vom Start- bis zum Schlusspfiff zeigten wir eine offensiv mutige Partie und zwangen den Belarussen unser Spiel auf. Bereits in Hälfte eins zogen wir ungewohnt viele Ecken und sogar einen 7-Meter. Lediglich im Abschluss fehlte die Kaltschnäuzigkeit. So hatten wir zum Pausentee trotz zahlreicher hochkarätiger Chancen noch nichts vorzuweisen. Graf im Tor, welcher im internationalen Erwachsenenhockey sein Debüt feierte, war ein überragender Rückhalt. Er hielt den Kasten teilweise mirakulös sauber und stellte seine Verteidiger optimal. 0:0 hiess es also nach 30 unterhaltsamen Minuten.

Die Coaches lobten in der Pause die geschlossene Mannschaftsleistung der Rotweissen, nach vorne und vor allem aber auch zurück. Die Taktik passt, 30 Minuten bleiben für den Sieg, notfalls mit Umweg über Shootout!

Viertel drei brachte nicht viel Neues. Wir powerten, bleiben im Abschluss aber ohne Glück. 49. Spielminute, kurze Ecke Stroitel Brest. Ein satter Schuss unten links führte zum 0:1! Wir spielten ruhig weiter, überstürzten nichts, irgendwann muss es ja funktionieren. Minute 54, ein sehenswerter Angriff über rechts, Keller behält den Überblick im Kreis und spielt den freistehenden B. Messerli an, welcher ins leere Tor zum 1:1 einschiebt. Nur vier Minuten später konnte Stroitel bei einer Strafecke nur Regelwidrig auf der Linie parieren. Erneut 7-Meter! Diesmal übernahm Edeltechniker Winkler und verwandelte abgeklärt. 2:1 Führung, Spannung pur! 90 Sekunden vor Schlusspfiff bekamen die Belarussen erneut eine Starfecke zugesprochen, welche im Nachschuss zum 2:2 Ausgleich genutzt wurde. So musste die Partie im Shootout entschieden werden. Hier kam Keeper Schüpbach zu seinem Einsatz und was für einem! Von fünf Penaltys konnte er zwei parieren. Wir konnten aus den ersten vier Shootouts drei Treffer verbuchen. So war es unser Abwehrass D. Messerli, welcher mit dem letzten Shooutout alles klar machen konnte. Lässig lief er an und noch lässiger verwandeltere er im Nachschuss! Sieg und Platz drei für Rotweiss Wettingen!

Über den Podestplatz freuten wir uns von der Clubhausterrasse aus - zur Medallienübergabe durften nämlich nur die beiden Finalisten. Wobei Medaillennübergabe eigentlich nicht korrekt ist, denn die Medaille hatten den Weg nach Wien nicht gefunden.

Assistenzcoach Kloter bilanzierte wie folgt: 
«Ich bin sehr zufrieden mit der Entwicklung der Mannschaft. Von Spiel zu Spiel hat das Team die vorgegebenen Aufgaben immer besser gelöst und im Bronzespiel mit einer tadellosen Leistung den EC krönend abgeschlossen. Es macht Spass Teil dieser Entwicklung zu sein!»

Ein grosser Dank geht an die zahlreich mitgereisten Fans für die tolle Unterstützung vor Ort sowie an den Staff für die top Vorbereitung und erstklassige Betreuung vor Ort!