Dass Rotweiss Eindhoven am Sonntag dann doch nur mit einem lachenden Auge verliess, ist dem verpassten Weiterkommen im renommiertesten Klubwettbewerb Europas geschuldet – ein Weiterkommen, das im Optimalfall tatsächlich möglich gewesen wäre.
Denn nach dem Startsieg gegen Montrouge hätten sich die Wettinger mit einem weiteren Sieg gegen Lisnagarvey HC – seinerseits amtierenden Meister in Irland – den Gruppensieg und damit die Qualifikation für das Final-12-Turnier an Ostern sichern können. Aber eben: es blieb beim «hätte».
Da Rotweiss den Start ins zweite Gruppenspiel völlig verschlafen hatte und in den ersten zwei Spielminuten bereits zwei Gegentreffer hinnehmen musste, rannte RWW in der Folge dem Rückstand hinterher – und holte diesen bekannterweise nicht mehr auf. Umso bitterer: Beide Gegentreffer fielen nach Eigenfehlern im Spielaufbau und fallen in die Kategorie «vermeidbar».
In der Folge fand sich Rotweiss bis zur Halbzeit sogar mit vier Längen im Hintertreffen, da das Team defensiv weiterhin ungenügend verteidigte, obschon es offensiv zunehmend besser ins Spiel fand.
Ein kleiner Hoffnungsschimmer erhellte den trüben Eindhovener Himmel dann nach dem Seitenwechsel, als Winkler per Ecke zum 1:4 verkürzte. Dieser vergraute jedoch schlagartig wieder, weil den Iren nach Wiederanpfiff die direkte Antwort gelang. In den letzten 20 Minuten bis zum Schlusspfiff brachte Rotweiss trotz mehrerer Bemühungen nur noch Resultatkosmetik - Winkler versenkte eine weitere Ecke zum 2:5 im irischen Kasten - zustande.
Doch der verpatzte Auftritt am Samstag schmälert die Leistung und das Erreichte vom Vortag keineswegs. Denn wie bereits erwähnt, schrieben die Männer von Rotweiss Wettingen mit dem Sieg Geschichte.
Den Grundstein dazu legten die Wettinger mit einer starken ersten Halbzeit. In der 14. Spielminute schloss Conrad eine Ballstaffete über die Gebrüder Morard, Mittelfeldmotor Rodriguez sowie Conrads Sturmpartner Flück sicher ab. Für das zweite Wettinger Tor war Aebi zuständig. Nachdem dieser in den Startminuten aus aussichtsreicher Position noch am stark reagierenden Montrouge-Keeper scheiterte, versenkte er in der 28. Spielminute den Ball im Tor. Auf einen Abpraller reagierte er am schnellsten und erzielte das 2:0.
Auch das dritte RWW-Tor fiel in dieser perfekten ersten Halbzeit. Winklers Ecken-Geschoss, das vier Sekunden vor dem Seitenwechsel im linken oberen Eck einschlug, brachte eine komfortable Pausenführung.
Diese vermochte Rotweiss in der Folge zu verwalten. Obschon die Franzosen spielbestimmend auftraten, kreierten sie nicht viel Zählbares. Auch, weil Wettingen äusserst organisiert und solidarisch verteidigte. Der unglückliche Gegentreffer in der 59. Spielminute nach einer kurzen Ecke brachte dem französischen Hauptstadtklub zwar einen Punkt, trotzdem aber nur wenig zum Feiern ein. Ganz anders bei Rotweiss: Beim Abpfiff lag man sich in den Armen und durfte sich im Nachgang von den über 80 mitgereisten (besten) Fans bejubeln lassen.
Die Mannschaft von Trainer Mike Hughes, der gesamte HC Rotweiss Wettingen und die Schweizer Hockeygemeinschaft dürfen gemeinsam mit Familien und Freunden auf einen Meilenstein in der Schweizer Landhockeygeschichte zurückblicken. Ein herzliches Dankeschön gilt allen, die diesen Erfolg über die vergangenen Jahre möglich gemacht haben!
Text: Mika Conrad
Bilder: Alfred Wälti






